Mein Weg zur Elite
- Judy Langer
- 14. März
- 3 Min. Lesezeit
Schon immer träume ich davon, einmal als Elite-Athlet anzutreten und genau diesen Weg zu meistern. Dieser Gedanke hat mich nie ganz losgelassen, und da ich nicht jünger werde, hatte ich immer dieses Kitzeln, dass ich es einfach probieren sollte.
Seit letztem Jahr habe ich immer wieder mit dem Gedanken gespielt, mich bei der IPSF anzumelden und an der offiziellen Deutschen Meisterschaft im Pole Sport teilzunehmen. Gleichzeitig wusste ich aber, dass dies der größte Pole Sport Wettkampf ist, mit einem detaillierten Regelwerk, strengen Richtlinien und einer strategischen Herangehensweise. Trotzdem hat mich die Herausforderung gereizt, und immer wieder habe ich mich gefragt: Wage ich den Schritt in die Elite-Kategorie oder nicht?
Ich wusste, dass ich präzise und sauber in meinen Choreografien bin – aber direkt in die Elite-Kategorie? Schließlich gilt: Einmal Elite, immer Elite. Seit der letzten DPSM 2024 kam der Gedanke immer häufiger auf: „Ja, ich mach das!“ Doch gleichzeitig schlichen sich Selbstzweifel ein. Bin ich wirklich gut genug? Kann ich das schaffen?
Die Entscheidung: All-In für Elite
Als im Januar die IPSF-Kurse veröffentlicht wurden, habe ich mich entschieden: All-In! Ich meldete mich für den CoP-Kurs in der Pole Sport Kategorie an. Doch nach meiner Rückkehr aus Namibia lief zunächst wenig nach Plan – und natürlich kamen wieder Zweifel auf: „Mache ich das wirklich?“ (Ja, ich weiß… meine Zweifel und ich – ein ewiges Duo.) Die Anmeldefrist war Ende Februar, also setzte ich mir ein klares Ziel: Wenn ich bis dahin meinen Cup Grip Phoenix wieder schaffe, ist das mein Zeichen, mich anzumelden. Mitte Februar war es so weit – ich hatte ihn wieder! Natürlich kamen weitere Gedanken, warum ich nicht teilnehmen sollte, doch ich ging zu meiner Trainerin, wir besprachen meine geplante Choreografie, und ihre Einschätzung war klar: Wenn ich kämpfe, kann ich eine gute Punktzahl erreichen.
Mein Ziel: Die Weltmeisterschafts-Qualifikation
Mein Mindestziel in der Elite-Kategorie ist es, mindestens 33 Punkte zu erreichen und mir damit die Möglichkeit zur Weltmeisterschaft zu sichern. Nur die ersten zwei Plätze gehen direkt zur Weltmeisterschaft, aber mit der Mindestpunktzahl hätte ich die Qualifikation - und genau diese möchte ich erreichen. Meine Trainerin ist zuversichtlich – und durch ihre Unterstützung bin ich es auch. Da ich mich voll und ganz auf die IPSF vorbereiten wollte, habe ich Anfang März den Judging-Kurs absolviert. Und wow – auf was die alles Wert legen! Manche Elemente, die ich gezählt hatte, wurden gar nicht gewertet. (Kleine Kritik an die IPSF-Kurse: Bitte klar kommunizieren, warum etwas nicht gewertet wird – sonst steht man manchmal echt verloren da!) 😅 Dieser Kurs hat meine Sicht auf Choreografien komplett verändert. Ich habe meine Choreo mehrmals umgestellt, weil ich nach jedem neuen Lerninhalt dachte: „Ohje, das muss ich anpassen!“
Einmal habe ich meineChoreo bereits durchgetanzt – aber es fühlte sich mehr nach Überleben an als nach einer Performance. Ich dachte, meine Kraftausdauer sei durch meine Artistik-Choreo besser, aber das sind zwei völlig unterschiedliche Belastungen. Ein weiterer Punkt: Bei der IPSF wird auf Messingstangen geturnt. Zum Glück kann ich in meinem Studio an Messing trainieren, aber in der kalten Jahreszeit ist das eine echte Herausforderung. Ich schwitze wenig und habe eine weiche Haut – keine optimale Kombination für Grip auf Messing. Deshalb überlege ich, meine geliebte Titanic als Pflicht-Drehung aus der Choreo zu nehmen und eine Alternative zu finden. Ob sich das lohnt, muss ich noch herausfinden. Zusätzlich habe ich ein Mentalcoaching mit Christina Kotnik (von Polefulness) begonnen, um gezielt an meinen Zweifeln und Blockaden zu arbeiten. Ich übe mich darin, mich mehr an das Goldene (Messing) zu gewöhnen und einfach loszulassen und zu genießen.
Die letzten 98 Tage: Volle Konzentration!
Jetzt wird es richtig spannend: Noch 98 Tage bis zum Wettkampf! Es gibt noch einiges zu üben, aber ich bin hoch motiviert und ich stehe zum Glück davor noch 2x auf der Bühne, da aber noch in der Advanced-Kategorie. Mein Ziel ist es, dass meine Choreografie jetzt final steht – und ich freue mich auf die Herausforderung!
Was ich aus dem Judging-Kurs mitgenommen habe:
Stretching, Stretching, Stretching! Damit ich die Mindestanforderungen für den Split-Winkel erreiche.
Sauberkeit, Sauberkeit, Sauberkeit! Jeder kleine Punkt zählt – also volle Konzentration auf meine Füße!
Ich bin bereit für den nächsten Schritt – Elite, ich komme! ♥️♥️♥️♥️♥️
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